Erwartungen an die musikalische Früherziehung

 

Kinder kommen zu mir in die musikalische Früherziehung und ich merke immer wieder, dass die Erwartungen und Vorstellungen der Eltern völlig unterschiedlich sind. Die einen möchten gerne dass ihr Kind mal ein Instrument erlernt und nutzen die Früherziehung als Vorbereitung, andere haben gehört, das musikalische Bildung alle anderen Bildungsbereiche unterstützt, bei anderen Familien steht die Sprachentwicklung im Vordergrund. Wieder andere möchten einfach, dass ihr Kind neue Kontakte knüpft oder Spaß am Singen und Musizieren entwickelt.

 

Tja...was ist es denn nun, das Lernziel der Früherziehung?

 

Kurz gesagt: all das genannte und noch einiges mehr!

 

Mir selbst ist es sehr wichtig, dass jedes Kind, das meine Musikstunde besucht, mit Freude kommt. Dass es die Musik kennenlernt, als etwas wunderbares, gemeinschaftliches, das ihm Tore öffnet. Dass es sich bei mir wohl fühlt. Nur dann ist Lernen möglich. Wir lernen immer ganzheitlich, mit Körper und Seele. Die wertschätzende, wohlwollende Beziehung zwischen Lehrkraft und Kind ist hierfür äußert wichtig und überhaupt die Grundvoraussetzung für einen gelingenden Lernprozess.

 

Oberstes Gebot in meinen Stunden: Wir haben gemeinsam Spaß!! ABER das ist nicht zu verwechseln mit willkürlich!! Jede Stunde wird von mir sorgfältig vorbereitet und durchdacht geplant. Die Stunden bauen aufeinander auf und ebenso die Kurse aufeinander.

 

Nicht erwarten darf man, dass ich in der Früherziehung kleine Musiker ausbilde, die im Anschluss an den Kurs perfekt ein Instrument beherrschen oder beim Singen jeden Ton treffen.

 

Ziel der musikalischen Frühförderung ist vor allem das Erspüren und Festigen von Rhythmus und Grundschlag sowie des inneren Hörens, das (Weiter-)entwickeln der kindlichen Sing- und Sprechstimme, das Kennenlernen und das Öffnen für die verschiedenen Methoden des Musikmachens. Singen, Tanzen, (Echo)spiele zur relativen Solmisation und der Rhythmussprache nach Kodaly, das Spielen auf Orff-Instrumenten gehören in jede Kursstunde.

 

Wie „nebenbei“ werden noch zahlreiche andere Kompetenzen weiterentwickelt.

 

Ein paar Beispiele:                                                                               

 

-Sprache (alle!! sprachrelevanten Kompetenzen)

 

-Hören (das eigene innere Hören, aber auch das Zuhören und aufeinander Hören)

 

-Körperbewusstsein und Körperspannung

 

-Selbstbewusstsein, sich in oder vor der Gruppe Dinge trauen und zutrauen

 

-Geduld, mit sich selbst und mit anderen; sich zurücknehmen können

 

-Rücksichtnahme

 

Und viele, viele mehr…

Was sind Deine Erwartungen an die musikalische Früherziehung? Hast Du Erfahrungen gemacht? Hast Du Fragen oder interessierst Du Dich für einen Artikel zu einem anderen Thema? Schreibe es mir gerne in die Kommentare!

 


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